Ihr Warenkorb ist leer

Tradition

Leindotter (Camelina sativa Crtz.) ist eine sehr alte Kulturpflanze, die bereits vor über 4000 Jahren in Zentraleuropa beheimatet war. Dies belegen Funde aus der Zeit der Kelten, wo es wegen des Geschmacks und den Inhaltstoffen das meist verwandte Speiseöl war. Lange bevor andere Nutzpflanzen (z.B. Sonnenblumen, Kartoffeln, Raps) eine Rolle für unsere Ernährung spielten, wussten unsere Vorfahren das Leindotteröl zu schätzen.

Darüberhinaus ist Leindotter ein typisch Saarländisches Speiseöl! Dies geht aus einen aus dem 18. Jahrhundert stammenden Dokument hervor. Demnach bestellte die Kirche in Blieskastel jährlich "28 Maß Oel" u. a. aus "Magsamen" (Mohn) und "Totter" (Leindotter)

Hiernoymus Bock über Leindotter (Flachsdotter):

"Das Beste an diesem Samen ist das Öl welches gar süß und lieblich ist."
(im "Kreütter Buch" von 1546)

Hiernoymus Bock (geb. 1498) berühmter deutscher Botaniker und Theologe. 1550 Leibarzt Graf Philipps II. in Saarbrücken, starb 1554 in Hornbach bei Zweibrücken.

"Leindotter Samen wärmt, Erweicht thut stärcken lindern, Deß Grimmdarms Schmertzen, kann er allgemählig mindern."

Johann Joachim Becher (geb. 1635 in Speyer) Arzt, Chemiker, Alchemist und Wirtschaftstheoretiker, starb 1682 in London

Zedlers Universal Lexikon 1732 "Dotter, ist ein Sesame, welches gleich dem Rübsaamen zu Oele geschlagen wird, von länglichten und hoch-gelben Körnern. Man sieht dergleichen in April und May, und wird mit dem Hafer auch wohl eher reiff, da man fleißig Acht auf denselben haben muß, indem er gerne ausfällt. Dienet auch über oben gemeldeten Nutzen zu einem guten Futter vor die Vögel."

Johann Heinrich Zedler (1706? - 1751), Buchhändler und Verleger

Das Öl der Kelten?

Die zahlreichen Funde in Siedlungen der Kelten und anderer früher Völker Mitteleuropas legen den Schluss nahe, dass es sich bei Leindotter um die bedeutendste Ölpflanze der Frühzeit handelte. Dies bestätigt auch die neuere Archäologie.

"Von den drei im Lande angebauten Ölpflanzen sind Samen des Leindotters (Camelina Sativa) an 19 Fundstellen gefunden worden.... Leinsamen wurde seltener gefunden. Es ist auffällig, dass an drei von sieben Fundstellen Lein- und Dottersamen gemeinsam vorkamen.... Die enge Bindung dieser beiden Pflanzen aneinander ist auch heute noch vorhanden, nur dass heute der Leindotter (Camelina alyssum/Camelina linicola) ein Unkraut auf dem Flachsfeld ist, bei den vorliegenden Funden ist aber Camelina sicher eine Nutzpflanze... Es ist möglich, dass die beiden einjährigen Ölpflanzen gemeinsam ausgesät und gemeinsam geerntet worden sind."
Knörzer in "Römerzeitliche Pflanzenfunde aus Neuss"

"Danach scheinen Pflanzen, aus deren Samen und Früchten Speiseöl gewonnen werden konnte, eine besondere Rolle gespielt zu haben, wie die vielen Samen von Leindotter und Lein und auch der gefundene Olivenkern zeigen. Sie geben einen Hinweis auf höhere Ansprüche und größere Speisenvielfalt in den Haushalten, aus denen diese Abfälle stammen."
Knörzer in "Römerzeitliche Pflanzenfunde aus der Colonia Ulpia Traiana, Insula 38" (bei Xanten)

In Späthallstatt/Frühlatène sind Saat-Leindotter (Camelina sativa) und Schlafmohn (Papaver somniferum) belegt. Bei Leindotter handelt es sich "quasi um die eisenzeitliche Ölpflanze schlechthin. Er ist weder zuvor noch danach jemals so häufig wie in dieser Epoche".
Rösch in: "Eisenzeitliche Pflanzenreste aus dem keltischen Oppidum Heidengraben bei Grabenstetten, Kreis Reutlingen."

Funde von Leindottersaaten gab es außerdem

  • bei den Pfahlbauten am Bodensee ca. 5000 bis 300 v. Chr.
    Schöbel und Baumhauer in "Pfahlbauten am Bodensee", Blätter des Schwäbischen Albvereins 4/2005
  • in Erfurt aus der Zeit 1200 bis 800 v. Chr.
    Probst in "Deutschland in der Bronzezeit", 1996
  • bei Offenbach
    Heun: "Besiedlungsgeschichte der Latènezeit am Beispiel des Landkreises Offenbach".
  • bei Ahlen im Ostalbkreis
    aus: Rösch in "Pflanzenreste aus Gruben der frühen Latène-Zeit in Kirchheim am Ries-Benzenzimmern, Ostalbkreis"
  • in Stuttgart
    Rösch: "Vorgeschichtliche Pflanzenreste vom Viesenhäuser Hof, Stadtteil Mühlhausen, Stuttgart"

Bliesgau Ölmühle • Gut Hartungshof • Bliesransbach


* Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. Zusätzlich zu den angegebenen Preisen berechnen wir für die Lieferung innerhalb Deutschlands (gilt nur für die Bestellung vom deutschen Festland) pauschal 6,90 EUR pro Bestellung. Ab einem Bestellwert von 50 EUR entfallen die Versandkosten. Beim Versand in die Schweiz berechnen wir 25,90 EUR, die Versandkosten entfallen ab einem Bestellwert von 100 EUR. Für restliche EU-Länder betragen die Versandkosten 14,50 EUR, die Versandkosten entfallen ab einem Bestellwert von 100 EUR. Die Versandkosten werden Ihnen auf der Bestellseite nochmals deutlich mitgeteilt. Bei Lieferungen in das Nicht-EU Ausland fallen zusätzlich Zölle, Steuern und Gebühren an. Alle Rechte vorbehalten Bliesgau Ölmühle GbR 2016-2017.


Als Inhaber der VEBU-Card unterstützt man nicht nur gelebten Tier- und Klimaschutz, sondern erhält in unserem Hofladen einen Rabatt von 10 Prozent.

Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich für eine lebendige und nachhaltige Kultur des Essens und Trinkens einsetzt

Partnerbetrieb der Biosphäre

Partnerbetrieb der Genussregion Saarland