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Linsentreffen in Thüringen

Auf Einladung von Norman Helbing, Firma Pharmaplant nahm Patric Bies von der Bliesgau Ölmühle an der Begehung von Linsen-Versuchsfeldern in Artern, Thüringen teil.

Während in der Ferne sich der bekannte Kyffhäuser-Turm aus dem Nebel erhob, informierte Helbing über den Zwischenstand beim Thüringer Linsenprojekt. Die nordthüringer Landschaft um den Kyffhäuser scheint sich gut für Linsen zu eignen, gibt es doch dort seit 7.000 Jahren landwirtschaftlicher Anbau der Hülsenfrucht und geringere Niederschläge als andernorts in Deutschland.

Helbing entdeckte erst vor einigen Jahren, dass ein Otto Creutzmann vor über 100 Jahren beim Ort Tilleda Züchtungen bzw. Selektionen vornahm, um mit der „Kyffhäuserlinse“ eine regionaltypische Sorte hervorzubringen. Diese erhielt 1926 sogar eine Sortenzulassung als „Creutzmanns Kyffhäuserlinse“. Eine Linsenart, die zu Zeiten der DDR leider zunehmend in Vergessenheit geriet, weil Kultivierung und Reinigung zu aufwendig wurden. Nicht besser erging es der „Dornburger Speiselinse“, eine zweite Thüringer Linsensorte.

Um diese Spezialitäten den Hülsenfrüchteessern wieder zugänglich zu machen, gründete sich die Initiative LinViTH (LinsenVermehrung in Thüringen). Deren Ziel es ist, die in Samenbanken erhaltene Linsensorte von etwa 30 Gramm soweit zu vermehren, dass sie Landwirten zur Verfügung gestellt werden kann. Für einen Hektar (10.000 Quadratmeter) sind etwa 75 Kilo (!) Saatlinsen plus Stützfrucht (Hafer, Gerste oder Leindotter) nötig.

Vermarktungsprobleme sieht bei der Initiative LinViTH niemand. Immerhin ist Deutschland ein Importland für Linsen mit 43.666 Tonnen im Jahr 2020, vornehmlich aus der Türkei und Kanada.

Doch bis es soweit ist, vergehen noch einige Jahre. Denn Linsen beinhalten erhebliche Ernterisiken. Deren Erträge – selbst in geringen Mengen angebaut – können sehr schwankend sein. Schuld daran sind weniger die Hülsenfrüchte selbst, als die in letzter Zeit sehr unterschiedlichen Wetterlagen, die 2023 auch bei unserem saarländischen Hülsenfrüchteprojekt zu einigen Totalausfällen führte, während 2022 als Rekordjahr in Qualität und Menge in die Geschichte eingehen dürfte.

Sollte es noch in diesem Jahrzehnt möglich sein, Saatgut zu erhalten, können diese neuen/alten Sorten unsere Palette von (bisher) fünf saarländischen Linsen erweitern.

Von der Ferne grüßt der Kyffhäuser

Von der Ferne grüßt der Kyffhäuser

Verschiedene Linsensorten

Verschiedene Linsensorten

Vorführung eines optischen Reinigers

Vorführung eines optischen Reinigers

Eine Parzelle zur Vermehrung der Kyffhäuser Linse

Eine Parzelle zur Vermehrung der Kyffhäuser Linse



Bliesgau Ölmühle • Gut Hartungshof • Bliesransbach


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